Fact Sheet
Einleitung
Ein Browser ist eine App, die dir von fast jedem beliebigen elektronischen Gerät den Zugang zu einer Vielzahl von Online-Diensten im Internet oder sonstigen Netzwerken ermöglicht.
Ein Browser ist aber nicht nur wie ein Fenster, durch das du hinaus in die weite Welt schauen kannst. Ein Browser erfasst, verarbeitet, empfängt, versendet und steuert viel mehr auf deinem PC, Tablet, Mobiltelefon oder Fernseher, als du zuerst denkst.
Was kannst du mit dem Browser

Mit deinem Browser kannst du:
Internetseiten aufrufen
Audio- und Videodateien abspielen
Dateien aller Art hochladen, austauschen, versenden und empfangen
Komplexe Online-Anwendungen benutzen und bedienen wie Office-Anwendungen, Games oder andere "kollaborative Tools" etc.
Kommunizieren über Social-Media-Dienste, Videokonferenz-Systeme etc.
Was muss ein Browser können

Zum Erledigen seiner Aufgaben muss ein Browser folgendes können:
Dateien aller Art hochladen, austauschen, versenden und empfangen
Deine Tastaturclicks und Mausbewegungen im Detail erfassen, allenfalls speichern und an digitale Dienste weiterleiten
Daten aus dem Netz anfordern, verarbeiten und allenfalls auf deinem Gerät speichern
Scripts, also kleine Programme, auf dein Gerät laden und ausführen
Zum Beispiel auf Befehl der oben genannten Scripts Daten und Informationen aus deinem Gerät auslesen und an digitale Dienste senden
Und natürlich muss es deinen Bildschirm beschreiben, deinen Audioausgang (Kopfhörer, Lautsprecher) benutzen und je nach Anwendung auch dein Mikrofon oder deine Kamera verwenden und deren Daten weiterleiten.
Hast du Ideen, welche dieser Fähigkeiten für dich heikel sein können? Lies unten weiter.
Beispiele bekannter und weniger bekannter Browser
Welchen Browsern vertraust du?
Diese Browser sind nicht Open Source:
Microsoft Edge, Google Chrome, Apple Safari, Opera
Diese Browser sind Open Source:
Firefox, Tor, Chromium, Brave
Weisst du, was Open Source und Closed Source heisst? Sieh im Glossar nach!
Hat mein Browser etwas mit meinem Privatleben am Hut?

SEHR VIEL! Dein Browser ist DIE Schnittstelle zwischen all deinen persönlichen Informationen und Verhaltensweisen, die du auf deinen elektronischen Geräten Preis gibst und den Firmen und Organisationen, die gerne Geld mit dir verdienen wollen:
Hättest du das gedacht?:
Über die mit deinem Browser besuchten Seiten und angeklickten Artikel kann man nachverfolgen, ob dich gerade Fitnessfragen oder eher Games oder Mode interessiert. Aber auch, ob du Umweltschutz cool findest oder ein Fan des amerikanischen Präsidenten bist oder dich das Thema Krebsleiden beschäftigt oder was für eine Lebenseinstellung du hast. Und natürlich, ob du eine Frau oder ein Mann bist, wo du ungefähr lebst, welche sexuelle Ausrichtung oder, über Fotos, welche Hautfarbe du hast.
Und das ist noch nicht alles:
Die Art, wie du deine Maus bewegst, wie schnell, wie geschickt oder wie zögerlich du die Tastatur bedienst und in welcher Reihenfolge du Buttons anklickst, sagt digitalen Diensten sehr genau, wie gut deine Ausbildung ist, ob du aktiv, zögerlich, spontan oder überlegt bist und sogar wie es dir im Moment psychisch geht.
Das natürlich nur, wenn du deinen Browser alles ausplaudern lässt!
Geht es mich etwas an, was mein Browser über mich Preis gibt?


Überlege es dir selber. Wofür können die oben genannten Informationen über dich genutzt werden? Ein paar Beispiele, die dir helfen können:
Du hoffst auf deine Traumstelle:
Immer mehr vor allem grössere Firmen haben es immer leichter, dich anhand von Datenprofilen schon bei der ersten Sichtung deines Dossiers automatisch zu beurteilen: Hast du die richtige politische Ausrichtung? Beurteilt dich ein KI-Programm als zu wenig aktiv oder als zu spontan?
Dein Traumauto ist nur einen Kleinkredit weit entfernt:
Der Bankangestellte beurteilt deine Kreditwürdigkeit nicht mehr selber, sondern stützt sich auf KI-Bewertungssysteme, die dich in "Kreditwürdig" oder "Nicht Kreditwürdig" einstufen. Wird das System dein Verhalten im Internet eher einer sparsamen und vertrauenerweckenden Persönlichkeit zuordnen oder dich als sprunghaft und in Finanzfragen unberechenbar einstufen?
Fallen dir noch weitere Beispiele ein?
OK, jetzt sehe ich es. Kann ich meinen Browser irgendwie vom Schwatzen abhalten?
Nicht zu 100%. Aber du kannst schon mit wenig Aufwand sehr Vieles machen:
Schnell + einfach:
- Wähle Firefox als Browser
- Installiere die Erweiterung "Cookie AutoDelete".
- Installiere die Erweiterung "uBlock Origin".
Mehr :
Browser-Alternativen
Bereich digitale Selbstverteidigung, Cookies, AdBlocker, Scriptblocker etc.
"Privater Modus" meines Browsers: Reicht das nicht schon aus?
NEIN. Der "Private Modus" schützt dich nur davor, dass andere Personen, die das gleiche Gerät wie du benutzen, dein Surfverhalten sehen können. Das Weitergeben von Daten wird dadurch kaum beeinflusst.